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Steinzeitdiät

Auf dieser Seite geht es darum, wie sich unsere Steinzeit-Vorfahren wirklich ernährt haben. Informationen über die moderne Adaption dieser Ernährungsform sammeln wir auf der Seite über Paleo Ernährung. Alles rund um eine moderne Steinzeitdiät mit dem Ziel Gewicht zu verlieren, sammeln wir auf der Paleo Diät Seite.

Klar ist, dass die Paleo Ernährung bei der man auf alle zuckerhaltigen Nahrungsmittel verzichtet gesund ist. Allerdings kann kein moderner Mensch behaupten, dass er wirklich das gleiche ist, wie unsere Steinzeit-Vorfahren.

Unsere moderne Ernährung könnte sich kaum mehr von der Steinzeitdiät unterscheiden. Zunächst einmal aßen unsere Steinzeit-Vorfahren nicht ganzjährig die gleichen Produkte, sondern deutlich vielfältiger, was es saisonal eben gab.

Im Laufe eines Jahren aß ein Steinzeitmensch hunderte verschiedene Pflanzen, dutzende Tiere (Fische, Säugetiere und Insekten).

Außerdem aßen sie von den Tieren nicht nur die Filets, sondern alles - von der Nase bis zum Schwanz.

Es gibt nicht die eine wahre Steinzeitdiät

Unsere Steinzeit-Vorfahren haben gegessen, was lokal verfügbar war. Allerdings gab es zur Steinzeit Menschen die in der Nähe von Flüssen lebten, andere die in Meeresnähe lebten und wieder andere die in der Steppe lebten. Die verfügbaren Nahrungsmittel hängen extrem von der Landschaft ab und somit unterschied sich die Ernährung verschiedener Steinzeit-Vorfahren durchaus dramatisch.

Dies wird auch deutlich, wenn wir uns die Ernährung von noch heute existierenden Jäger-und-Sammler-Stämmen betrachten.

  • Die Tikiġaġmiut im Norden Alaskas ernähren sich fast ausschließlich von Meeressäugetieren und Fisch.
  • Die Gwi San in der zentralen Kalahari Wüste in Botswana nehmen im Mittel 70% ihrer täglichen Kalorien durch kohlenhydratreiche Früchte wie Zuckermelonen und stärkereiche Wurzeln zu sich.

Wir können die Steinzeitdiät nicht exakt nachahmen

Das meisten Obst und Gemüse, das in der Steinzeit-Epoche unseren Vorfahren zur verfügung stand, gibt es heutzutage nirgends zu kaufen. Der Grund hierfür ist, dass die meisten Obst- und Gemüsesorten durch intensive Züchtung und eine sich wandelnde Umwelt nur noch wenig mit ihren Steinzeit-Vorfahren gemein haben. Beispielsweise waren Früchte wie Äpfel oder Birnen in früheren Epochen deutlich kleiner und sauerer als ihre modernen Nachfolger.

Noch deutlicher wird dieser Umstand beim Thema Fleisch. Für uns moderne Menschen ist es schlichtweg unmöglich Mammut- oder Säbelzahntigerfleisch zu essen.

Was folgte auf die Steinzeit Diät?

Die Spezies die wir heutzutage wissenschaftlich als Menschen definieren, entwickelte sich während einer Epoche die als Paläolithikum (Altsteinzeit) bekannt ist. Diese Epoche dauert von vor 2,5 Millionen Jahren bis vor 10.000 Jahren an. Während dieser Zeit entwickelte sich der Mensch zu der Spezies die er heute ist: stark mit einem großen Gehirn.

Überraschend für Viele ist wie gesund die Mehrheit der Menschen zu dieser Zeit waren. Beispielsweise ist im „Peobody Museum“ der Harvard Universität ein 80.000 Jahre alter Schädel ausgestellt. Dieser Schädel ist eines der ältesten Artefakte moderner Menschen und die meisten Besucher sind verblüfft von den perfekten Zähnen des Schädels. Die Zähne sind perfekt gerade und zeigen keinerlei Anzeichen von Karies.

Deutlich bergab mit der menschlichen Gesundheit ging es erst nach der Agrarrevolution, ca. 10.000 v. Chr.

Im selben Museum an der Harvard Universität sind auch Schädel von Menschen aus der Zeit nach der Agrarrevolution ausgestellt. Die Zähne bei diesen Exponaten sind schief und voller Karies.

Dies legt den Verdacht nahe, dass eine Hauptursache für kaputte und schiefe Zähne die moderne Ernährung ist, wie sie erst nach der Agrarrevolution möglich war. Dank diese Revolution fingen die Menschen an, die Steinzeit Diät aufgeben und zu Essen was die Felder hergaben. Dank dem Ackerbau verfügen Menschen beispielsweise über reichlich Nahrungsmittel die voller Stärke sind und deshalb besonders schnell die Zähne angreifen.

Noch weiter von der Steinzeit Diät entfernte sich die menschliche Ernährung dann in der Zeit nach der industriellen Revolution (ab 1769). Wenig verwunderlich bedeutete dies, dass es auch mit der Gesundheit der meisten Menschen weiter bergab ging. Durch die effektiveren Produktionsmethoden, zog es mehr und mehr Menschen in die Städte. Dort leben Menschen in nächster Nähe zueinander und infektiöse Krankheiten können sich rapide ausbreiten. Außerdem gab es plötzlich einen riesigen Markt von Menschen, die nicht ihre eigenen Lebensmittel herstellen und somit extern einkaufen mussten. Da Fabrikarbeiter in der Regel knapp bei Kasse waren (und sind) entschied häufig der Preis darüber was auf den Teller kam.

Aus dieser Zeit stammen viele moderne Ernährungsgewohnheiten, wie der übermäßige Verzehr von Brot, Kartoffeln und Alkohol.1)

Ebenfalls um diese Zeit entstand der Trend mehr und mehr Zeit in Gebäude anstelle an der freien Natur zu verbringen. Hierdurch entstehen eine Reihe weiterer Gesundheitsprobleme, wie beispielsweise Vitamin D Mangel. Wenig verwunderlich ist, dass beispielsweise die Krankheit Rachitis, welche durch Vitamin D Mangel ausgelöst wird, zum ersten Mal zu dieser Zeit diagnostiziert wurde. Symptome einer Rachitis sind Deformationen des Skeletts, schwache Muskeln und Zahnprobleme.

1)
Ebenfalls aus dieser Zeit stammt der Ruf, dass Briten schlechte Zähne haben, da die Briten Vorreiter bei der industriellen Revolution waren.
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ernaehrung/steinzeitdiaet.txt · Zuletzt geändert: 2018/09/11 16:34 von Jakob Berg